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|DVD_JUNK| – Meeting Evil

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Release: 26.07.2012
Label: Sony Pictures Home Entertainment

John ist ein Makler ohne Job mit einer entfremdeten Familie in einer Zeit, in der alles den Bach runterzugehen scheint. Kein Geld, keine Arbeit, keine Hoffnung. Er ist mehr dem Alkohol als seiner Frau zugetan, als eines Tages ein fremder Mann an seiner Tür klopft. Sein Name sei Richie und er benötige seine Hilfe, da sein Wagen stehen geblieben ist. Das ist der Anfang eines skurillen, grausamen Trips, der John an die Grenzen seiner eigenen Wahrnehmung führt.

Regisseur Chris Fischer spielt mit dem Zuschauer gleich ein dreifaches Spiel. Das macht „Meeting Evil“ zu einem außergewöhnlichen Seherlebnis, ohne dass der Filme groß Genrekonventionen bricht. Als Zuschauer werden wir mit, dem von Luke Wilson großartig portraitierten Versager John identifiziert. Aus seiner Perspektive wird die Geschichte erzählt und sein Seelenleben ist es, das im Vordergrund steht. Diese spezifische Ausrichtung suggeriert gleichzeitig eine höhere Wahrheit, die „außerhalb“ des Kameraspektrums liegt, was den Zuschauer bis zum Schluss auf einen grandiosen Plottwist warten lässt. Es wäre gelogen, wenn ich sagen würde, dieser Plottwist sei nicht gelungen, aber es gelingt dem Regisseur die Erwartungen für sich zu nutzen um mit der Geschichte nochmal einen anderen Weg zu beschreiten, der gewiss nicht allen schmecken wird. In dem Sinne ist dem Film eine tatsächlich unerwartete Wendung gelungen, die zwar nicht ganz plausibel, aber im Sinne des Konzepts durchaus logisch ist. Wie der Titel sagt, trifft John das Böse, unter anderem in Form von Richie, dem mysteriösen Mann, der John nach seinem Gutdünken manipuliert und bedroht. Die Rolle ist mit Samuel L. Jackson perfekt besetzt, er ist der eigentliche Star des Films. Ihm ist die hohe Intensität vieler Szenen zu verdanken.
Doch der Film begnügt sich nicht damit, einen soliden Mystery-Plot herunterzuleiern. Vielmehr lockt er den Zuschauer auf eine falsche Fährte um Wahnsinn, Schizophrenie und Rachegelüste, um schließlich die heile Familienidylle in Krisenzeiten zu demontieren. Am Ende ist man als Zuschauer ebenso verwirrt wie erstaunt. Was ist nun genau das Böse, das John getroffen hat? Ist es Richie, der eindeutig ein Mörder und Soziopath ist? Oder verbirgt sich das Böse noch ganz woanders? Möglicherweise im eigenen Ehebett?
Was als Drama und Sozialstudie anfängt, wird schnell zum Psychothriller, der den Zuschauer noch über das Ende hinaus im Ungewissen lässt.

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