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hundephilosoph im Kino – The Dark Knight Rises

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Kinostart: 26. Juli

Acht Jahre ist es her, dass Batman die Schuld für Harvey Dent’s Taten auf sich genommen hat. Acht lange Jahre, in denen das organisierte Verbrechen komplett zerstört wurde und Bruce Wayne von der Bildfläche verschwunden ist. Doch unter der Führung eines entstellten Hünen machen sich die Verstoßenen der Gesellschaft auf, Gotham ihre wahre Natur zu zeigen. Und Bruce Wayne muss wieder zu Batman werden, um das drohende Schicksal der Stadt abzuwenden.

Wieder einmal ein maskierter Bösewicht, wieder einmal ein Masterplan, viel Massenpanik, Destruktivismus und das alles, um eine Stadt zu zerstören und denjenigen, der sie beschützt. Alle hassen Gotham City. Wieso auch nicht, ist sie ja das Ebenbild einer Gesellschaft, die unlängst pervertiert ist, inklusive Batman. Das meinen zumindest die Schurken und Oberschurken des Films, die sich in „The Dark Knight Rises“ ausgeklügelter denn je mit ihrer Zerstörung befassen. Doch nicht nur Gotham droht ein schreckliches Ende, auch Batman ist an seine Grenzen angelangt. Bruce Wayne ist eine gebrochene Gestalt, physisch und psychisch. Nur die Gewissheit, dass es da draußen Menschen gibt, die auf ihn zählen, hat ihn angetrieben. Doch nach Dent’s Tod ist das vorbei. Es hat ihm das Genick gebrochen. Erst als die ersten Opfer von Bane’s Zerstörungswut jene Ordnungshüter sind, die die Gesellschaft anstelle Batman beschützen sollen, ist er bereit, zurückzukehren. Er sieht sich mit einer unlängst gebannt geglaubten Gefahr konfrontiert und seiner eigenen Schuld.

Wie hat sich doch die Tonalität im Verlauf der Trilogie verändert. „Batman Begins“ war der cartooneske Blockbuster-Startschuss, der nach den vorherigen Schuhmacher-Verfehlungen („Batman Forever“, „Batman & Robin“) nicht fiel falsch machen konnte. Doch ein innovativer und intelligenter Film hätte anders ausgesehen. Der Erfolg aber gab den Nolans Recht und das Batman-Franchise begann zu florieren. Und dann war da „The Dark Knight“. Der Film, der den Blockbuster neu definierte, der plötzlich Niveau in die Massenabfertigung brachte und trotzdem seine Wurzeln nicht vergaß. „The Dark Knight“ war in vielerlei Hinsicht ein besonderes Erlebnis. Und der Erfolg war da, der Druck stieg, die Erwartungen, von Christopher Nolan konsequent übertroffen, ebenso. Einer Sache waren sich alle sicher. Der Abschluss der Trilogie muss etwas ganz Großes werden. Doch ist es ebendieser Druck des Erfolges und der Erwartungshaltungen, der dem monumentalen Abschlussteil die Suppe versalzt. Alles muss größer und stärker sein und damit ist nicht nur die physische Präsenz von Bale gemeint. Die Spielzeuge sind größer, die Zerstörung verheerender, der Subtext kryptischer. „The Dark Knight Rises“ entpuppt sich über eine Laufzeit von quälenden 164 Minuten als unglaublich zäher und aufgeblähter Blockbuster-Brocken. Kein Wunder, bekommt man doch in der ersten Hälfte des Films fast nur ermüdende, bedeutungsschwanger aufgepumpte Monologe zu hören. Hier trieft dem Film die Selbstreferenzialität aus allen Poren.
So wie der ordinäre Comic sich mittlerweile hochtrabend „Graphic Novel“ schimpft, so möchte „The Dark Knight Rises“ am liebsten kein Blockbuster sein, sondern ein Drama, Psycho-Thriller und Action-Film mit Anspruch zugleich. Letztendlich ist er aber weder Fisch noch Fleisch, weder richtig gut, noch richtig schlecht. Er überschätzt sich in seiner Eitelkeit einfach selbst.

„The Dark Knight Rises“ entlarvt sich selbst als hohles Blockbuster-Kino Marke Hollywood, von dem ich lange Zeit glaubte, Christopher Nolan hätte es vielleicht verändert. Doch ich habe mich getäuscht. Der Regisseur liefert mit diesem Film sein bislang schlechtestes Werk ab, was traurig ist, weil es nichtmal wirklich seine Schuld ist. Es ist die Schuld hollywood’schen Größenwahns, der jeden befällt, der sich zu lange ihren Einflüssen aussetzt. Doch zweifelsohne wird auch „The Dark Knight Rises“ phänomenale Geldsummen einfahren und den Kult um den Dunklen Ritter nähren. Denn eines ist Nolan gelungen: Er hat aus Batman eine Ikone sondergleichen gemacht, er hat einen Mythos neu belebt und Batman zu einem Volkshelden hochstilisiert. Mit seinen drei Filmen hat Nolan einem traurigen Antihelden Profil gegeben. Mit seinen Geschichten den elementaren Kampf zwischen Chaos und System thematisiert. Der Dunkle Ritter ist nun präsenter denn je in den Köpfen der Menschen.

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|DVD_JUNK| – Grimm’s Snow White

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Release: 26.07.2012
Label: dtp entertainment

Nachdem die böse Königin Gwendolyn ihren König bei einem „Unfall“ verliert, setzt sie alles daran, den Prinzen Alexander zu ehelichen, in dessen Königreich sich ein Relikt unschätzbaren Wertes befinden soll. Dieses Relikt birgt den Ursprung für die Kraft der Elfen, die sie unbedingt besitzen möchte. Doch als sich der Prinz unerwartet in ihre Stieftochter Schneewittchen verliebt, gerät ihr Vorhaben aus dem Konzept. Kurzerhand versucht sie, Schneewittchen umzubringen. Womit sie nicht rechnet, ist, dass auch aufständische Elfen ihre Pläne durchkreuzen wollen.

So hanebüchen sich diese Geschichte anhört, so kommt sie auch im Film rüber. Nicht nur, dass sich Elfen, Rieseneidechsen und Monsterhunde in dieser Märchenwelt tummeln, auch die Entwicklung der Story verläuft konsequent ins Lächerliche. „The Asylum“, die Produktionsfirma hinter diesem Schinken, hat mit „Grimm’s Snow White“ wieder einmal ein Paradebeispiel für ein Hollywood-Plagiat abgeliefert. Seit Jahren konzentrieren sie sich voll und ganz darauf, Trittbrettfahrer der großen Hollywoodproduktionen zu bleiben. Und das Konzept macht sich bezahlt: Man nehme einen Trend, formuliere einen bekannten Titel leicht um, nehme hölzerne Schauspieler, dilettantische Regisseure, einen unterqualifizierten CGI-Amateur und stecke das ganze Produkt in eine hochwertig gestaltete DVD-Hülle. Das Konzept wurde perfektioniert und niemand würde ahnen, was sich hinter diesem professionellen Cover verbirgt.

Nun sind Märchen also der aktuelle Hollywood-Trend. Man braucht gar nicht anfangen zu zählen, denn die Studios schießen schon im Sekundentakt Märchenfilme aus den Ärmeln. Dass dabei die eigentliche Volkserzählung geflissentlich ignoriert, in manchen Fällen sogar vergewaltigt wird, scheint niemanden zu interessieren. Auch „Grimm’s Snow White“ schert sich nicht groß um die klassische Volksweise und nutzt den Namen, um ein amerikanisches Heldenepos im großen Stil zu inszenieren, das schon im Ansatz an der Bedeutungslosigkeit aller Beteiligten inklusive der Produktionsmittel scheitert. So stößt dieser Film nur den Dunst hollywood’schen Größenwahns aus, ohne selbst an dessen Bombast heranzureichen. Etwas, was dem Film erstaunlicherweise sogar zugute kommt. Denn auch, wenn hier alles wie eine schlechte Kopie aussieht und die Macher vergeblich darum bemüht sind, aus dem Märchen ein zweites „Herr der Ringe“-Spektakel zu machen, gewinnt der Film durch die entstandene Lächerlichkeit ein wenig an Charme. So offenbart sich dieser Mockbuster letzten Endes als streckenweise sogar recht amüsante Zeitverschwendung.

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