|DVD_JUNK| – Religulous

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Release: 05.08.2009
Label: Universum Film

Bill Maher, seines Zeichens politischer Stand-Up Comedian und „Ungläubiger“ versteht Religionen nicht. Zusammen mit „Borat“-Regisseur Larry Charles reist er um die Welt, um die Widersprüchlichkeiten und Absurditäten verschiedenster Religionen aufzudecken und ihrer eigenen Lächerlichkeit preiszugeben. In Interviews kommen dabei Wissenschaftler, Theologen, Geschäftsleute und normale Gläubige zu Wort, die Maher bisweilen an den Rand ihres Kompetenzgebietes bringt.

Glaube ist das wohl heikelste Thema, dem sich ein Filmemacher annehmen kann. Wenn schon in der Familie dieses leidige Thema nur Streit und Unfrieden hervorrufen kann, wie soll das dann erst im globalen Ausmaß aussehen? Es ist unmöglich, niemanden auf den Schlips zu treten, einfach, weil Glaube die Fragen der eigenen Existenzberechtigung beantwortet. Den Glauben von jemanden infrage zu stellen, bedeutet, den Menschen als solchen infrage zu stellen. Nicht nur, dass Bill Maher den grundlegenden Fehler begeht, Glaube und Religion als ein und diesselbe Begrifflichkeit zu verwenden, er arbeitet mitunter auch mit manipulativen, rhetorischen Tricks, um seine Interviewpartner, seine von ihm als „Gegner“ wahrgenommenen Personen möglichst in die Ecke zu drängen. Wie könnte man es dem bekennenden Atheisten auch übel nehmen, erklärt in dem Film doch seine eigene Mutter, wie aufgewühlt er als Kind war, als er erfuhr, dass der Weihnachtsmann nicht real ist. Welche Konsequenzen dieses unverarbeitete Kindheitstrauma nun nach sich zieht, lässt sich wunderbar beobachten, wenn Maher im Brustton der Überzeugung Erklärungsversuche mit kessen Bemerkungen abschmettert und sich in immer wiederholenden Worten gegen den Glauben als solchen ausspricht. Denn wie Mao Tse-Tung einst sagte: „Religion ist Gift“.

Bill Maher tut dasselbe und verkauft es uns als Humor, wenn er bemüht ist, grundfeste Überzeugungen anderer zu zerstören. Dass sein fehlendes Verständnis nicht eine Frage des Nicht-Könnens, sondern vielmehr eine Frage des Nicht-Wollens ist, kann er natürlich nicht sehen. Zwar spricht er vieles Richtige an, und der Film entwickelt seine höchsten Qualitäten, wenn er die Geldmacherei hinter Religionen und Sekten entlarvt, aber es ist seine tendenziöse Herangehensweise, die den Spaß an der ganzen Sache nimmt. Maher vergisst, dass Glaube eine Herzenssache ist und keine Kopfsache. Wäre Glaube in der Vernunft und Rationalität begründet, wäre es kein Glaube mehr. Gerade deswegen sind die Vorwürfe der Heuchelei und Schönrederei nicht gänzlich verkehrt, sie sind aber auch nicht vollkommen zutreffend. Ob Maher es realisiert oder nicht, auch er ist ein Gläubiger. Wie sein Interviewpartner, der Neurotheologe schön sagt, sind es unsere eigenen Maßstäbe von Vernunft und Wahrheit, die wir anderen anlegen. Wenn Maher also einem ehemals homosexuellen Pastor beizubringen versucht, wie falsch seine Auffassung sei, dann ist das so vermessen wie nervtötend. Egal, wie sehr es einem persönlich auch gegen den Strich gehen mag, es lässt sich nicht leugnen, dass seine Haltung doch seiner inneren Überzeugung entspricht und somit seiner ganz subjektiven Wahrheit. Im Gegensatz zu seinem Slogan „Man wird doch wohl fragen dürfen“, ist es Maher, der hier zum Spielverderber verkommt, weil er niemandem seinen Glauben lassen kann. Und so ist ihm jedes Mittel Recht, um am Ende irgendwie doch Recht zu behalten. So zitiert er im einen Moment wortwörtlich aus Glaubensschriften, um seine eigenen Argumente zu untermauern, nur um im anderen Moment ebenjenen Wortgehalt der Lächerlichkeit preiszugeben, wenn es seinem Zweck dienlich ist.
Religulous ist ein im Endeffekt sehr manipulativer Film, in dem Bill Maher mit teils äußerst schamlosen Bild-Ton-Montagen seine eigene, die „richtige“ Sicht der Dinge erklärt und bei diesem Vorhaben nicht viel ehrenvoller handelt, als die von ihm kritisierten Sektenführer, Bühnenprediger und anderen religiösen Sklaventreiber, wie sie vor ihren Mikrofonen und von ihren Kanzeln herunter auf alles spucken, was nicht in ihr eigenes Weltbild passt.

Bill Maher liegt furchtbar falsch. Nicht die Religion ist die Ursache für das Übel auf der Welt und auch seine drastische Forderung nach „anti-religiösen“ Verhältnissen wird nichts an unserer Situation ändern. Es ist der Mensch, der in seiner beschränkten Sichtweise all das ablehnt, was er nicht begreift. Ganz wie der Volksmund sagt:
„Wat de Buer nich kennt, dat fret he nich.“

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hundephilosoph schaut Breaking Bad Staffel 5, Episode 1

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Staffel 5, Episode 1
„Live Free Or Die“

Ein Jahr Breaking Bad-Entzug. Was haben wir nicht alles durchgemacht? Wir haben gefleht und gebettelt, geweint und geschimpft, gedurstet und geschwitzt, haben uns verrenkt vor Sehnsucht und Begierde, Angst und Neugier.

Nun ist es endlich soweit. Das Fernsehereignis des Jahres hat seinen Anfang genommen, auf der ganzen Welt werden nun Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt, Woche für Woche die neue Folge möglichst schnell zu konsumieren, sich eine Dröhnung BB zu geben und den Rausch möglichst intensiv auszukosten. BB ist eine Droge.
Auf der Jagd nach dem kostbaren Stoff verfolgen mich jedoch viele Ängste. Kann Staffel 5 halten, was sie uns verspricht? Kann ich nach 4 Staffeln superber Unterhaltung noch immer überrascht werden? Kann ich meine Objektivität wahren, oder bin ich schon wie ein gieriger Junkie, der sich alles reinpfeift, um auf Touren zu kommen?
Ja, ich habe Angst. Angst davor, dass mich Breaking Bad enttäuschen könnte, dass ich mich selbst enttäuschen könnte, was den Umgang mit ihr angeht.
Die erste Folge der 5. Staffel gestaltet sich finsterer als je zuvor. Wenn ich an die Premiere von Staffel 4 denke, gab es da trotz Walters zur Schau gestellten Kaltblütigkeit doch noch immer Szenen, in denen seine Menschlichkeit durchbrach, in denen man Mitgefühl für ihn empfand, weil all das nie hätte passieren sollen. Aber schon die erste Folge macht klar, dass es kein Zurück mehr gibt, Breaking Bad ist nun abgrundtief schwarz geworden.

Zwischen Staffel 4 und Staffel 5 ist scheinbar nicht viel passiert und doch ist der Auslöser für alle kommenden Ereignisse der Tod von Gus. Sein Ableben hat Walts Verwandlung abgeschlossen, er ist nun wie ein schwarzes Loch, ein einsames Atom im Universum, ohne jegliche Beziehung. Ob der finstere Tenor des Staffelauftaktes allein auf das Triumphgefühl Walters, seinen Erzrivalen besiegt zu haben, zurückzuführen ist, bleibt fraglich. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich in dieser Staffel den alten Walter White wiedersehen werde, eine Vermutung, die mir auch ein bisschen Kummer bereitet. Aber darauf haben wir 5 Jahre lang gewartet und die Rechnung muss einfach aufgehen. Traf er seine Entscheidungen bis in Staffel 4 hinein noch aus Verzweiflung, ist nunmehr jegliche Emotion aus ihm gewichen. Kalkül und Berechnung haben ihren Platz eingenommen. Der Score unterstreicht diese Entwicklung und verleiht der Folge mit seinen basslastigen Klängen eine unheimliche und bedeutungsvolle Note. Wie ein Krebsgeschwür durchzieht er die Strukturen der Folge und nagt an den Eingeweiden der Zuschauer.

Ich kann nicht sagen, dass ich das, was ich gesehen habe, erwartet habe. Gleichzeitig hat die Folge aber nicht wirklich die Erwartungen erfüllt, die im Voraus von Schauspielern und Mitarbeitern genährt wurden. Der fast schon ersehnte und auf alle Fälle versprochene KABOOM-Effekt blieb aus, stattdessen widmet man sich in „Live Free Or Die“ ausführlich den neuen Charakterkonstellationen und veränderten Verhältnissen. Sie steht ganz im Namen der Polarität und dem Magnetismus.
Magnetismus, der sich nicht nur auf die Handlung bezieht, sondern vor allem auf die Anziehungskräfte zwischen den Protagonisten. Elemente, die kollidieren, sich trennen, sich gegenseitig zerstören, zueinanderfinden. Eine Folge der Gegensätze, aus Vergangenem und Zukünftigem. Sie beginnt mit einer Prophezeiung, dem Cold Open, der uns einen Sprung in eine gar nicht allzu ferne Zukunft machen lässt, in der Walter ein anderer Mensch zu sein scheint. Hier schließt sich ein Kreis zu Staffel 1, der gewiss werden lässt, dass dies tatsächlich das letzte Kapitel von Walter White sein wird.

Ist Walters Entwicklung bereits im Endstadium begriffen, setzt sich Skyler erst einmal mit ihrer eigenen Schuld auseinander. Auch Saul Goodman dürfte sich mittlerweile fragen, was für ein Monster er da mitgeholfen hat zu erschaffen. Allein Jesse scheint noch nicht zu verstehen, wer Walter White wirklich ist. Mit unerschütterlicher Loyalität steht er an seiner Seite, jeder Gefahr zum Trotze. Hank, werden nach und nach die Dimensionen des Verbrechens bewusst, dass er bekämpft. Doch auch wenn sein Anzug weiß wie Schnee sein mag, zehren diese finsteren Kräfte an ihm. Ob sich hinter Mike’s Motivation, Walter zu helfen mehr als nur Überlebensinstinkt versteckt, wird sich zeigen, bis dato aber scheint er einen Pakt mit dem Teufel eingegangen zu sein, um ihn und vor allem dessen loyalen Kompanion im Auge zu behalten.

„Live Free Or Die“, so der zynische Titel der Folge, bezieht sich nicht nur auf den Cold Open. Er ist eine Frage, an den Zuschauer gerichtet, der seinerseits urteilen soll, ob es stimmt, oder nicht. Wohin führt Freiheit um jeden Preis den Menschen? Wie sieht ein Leben aus, dass von dem willkürlichen Chaos der Freiheit dominiert wird? „Live Free Or Die“, so lautet die Antithese zu Breaking Bad.

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|DVD_JUNK| – Project X

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Release: 07.09.2012
Label: Warner Home Video

Drei Halbwüchsige, Costa, J.B. und Thomas, haben ihr Loser-Image und die damit verbundenen Schmähungen endgültig satt. Thomas‘ 17. Geburtstag stellt sich als die ideale Gelegenheit dar, eine Party epischen Ausmaßes zu veranstalten, die alles ändern soll. Und Drax wird engagiert, alles auf Film festzuhalten, um ein Zeugnis dieses Ereignisses zu besitzen. Ein paar Nachrichten mit dem Handy, ein paar Mails, alle mit dem Aufruf es weiter zu verbreiten und schnell scheint sich eine respektable Party-Gesellschaft zusammengefunden zu haben. Doch als immer mehr Gäste auftauchen und Alkohol und Drogen in Unmengen konsumiert werden, müssen sich die drei Jungs der Erkenntnis stellen, dass ihr Vorhaben außer Kontrolle geraten ist. Die Masse ist unbändig und wild, ihr einziges Ziel: Feiern bis zum Super-GAU. Zerstörung und Chaos das einstimmige Mantra des Abends.

Der Party-Film, die Teenager-/Highschool-Komödie, der Buddy-Movie kann auf eine lange Geschichte zurückblicken, die mitunter groteske Blüten hervorgebracht hat. „Project X“ verkörpert in dieser Historie den Klimax, eine unüberbietbare Schrecklichkeit in seiner Darstellung. Nie wurde eine Party so grausam konsequent inszeniert und in seinen Ereignissen so destruktiv und lebensmüde dargestellt. Kein „Hangover“-Trittbrettfahrer, bei dem einfach der Filmriss den Zuschauer von der Qual befreit, sich die Untaten der Feierwütigen im Voraus ansehen zu müssen, kein charmanter Kumpelfilm wie „Superbad“, der die Freundschaft und das Erwachsenwerden mehr als alles andere äußerst sympathisch thematisiert und auch kein „American Pie“-Ableger, in denen Sex zum Lebensziel schlechthin erklärt wird. „Project X“ ist eine schwarze Komödie, ein im Prinzip überhaupt nicht witziger Film. Und trotzdem kann man nicht wegsehen, man kann nicht umhin, von dem ekstatischen Strudel aus Leidenschaft mitgerissen zu werden. Der Film ist inszenatorisch im Stil einer Mockumentary aufgebaut. Die Kamera ist inmitten des Geschehens und kreiert in seiner groben Unmittelbarkeit eine faszinierende Dynamik. Bild, Ton und die Laiendarsteller bilden eine hervorragende Symbiose, die größtenteils sehr überzeugend darüber hinwegtäuscht, dass es sich um einen inszenierten Vorgang handelt. Was den Film anfangs besonders macht und zum Ende hin etwas abflachen lässt, ist die Tatsache, dass hier einerseits mit dem kritischen Auge des Beobachters Drax das Partyleben an sich, und die Verzweiflung jener, die auf der Suche nach ein wenig Aufmerksamkeit und Akzeptanz sind, eingefangen wird. Andererseits endet der Film wie jeder andere Party-Film mit der (Un-)Einsicht, dass sich aller Ärger letzten Endes doch bezahlt habe. Der Junge kriegt das Mädchen, ist plötzlich cool und beliebt, alle Konsequenzen sind vergessen. Lediglich kleine Textblöcke im Abspann weisen darauf hin, dass die Jungs Konsequenzen ziehen mussten, ein Stilmittel, das maßgeblich zum augenscheinlichen Wahrheitsgehalt der Geschichte beiträgt.

Wie unkritisch der Film letzten Endes doch ist und wie gedankenlos die Konsumierung ihrer Rezipienten ausfiel, erklärt sich anhand vieler Nachrichten aus der ganzen Welt, in denen von Nachahmungstätern die Rede ist, Halbstarken, die ganz wie in Project X mal ordentlich auf die Kacke hauen wollten. Sachschäden im sechsstelligen Bereich und sogar Tote waren die Konsequenzen dieser „epischen“ Partys. Die Realitätsnähe von „Project X“ ist umso fataler, da er sich nicht um die Problematik jugendlichen Fehlverhaltens und vor allem ihrer Ursachen schert, sondern mit der überaus potenten Aussage kokettiert, nur Risikobereitschaft und lebensmüde Zerstörungswut seien ein Indikator für die Beliebtheit einer Person. So besteht die Tragik des Films nicht darin, kritisches Zeitdokument einer verkommenen Gesellschaft zu sein, sondern vor allem Vorbild für desillusionierte Jugendliche, die sich einmal die Aufmerksamkeit wünschen, die Thomas am Ende des Films bekommt.

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hundephilosoph im Kino – The Dark Knight Rises

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Kinostart: 26. Juli

Acht Jahre ist es her, dass Batman die Schuld für Harvey Dent’s Taten auf sich genommen hat. Acht lange Jahre, in denen das organisierte Verbrechen komplett zerstört wurde und Bruce Wayne von der Bildfläche verschwunden ist. Doch unter der Führung eines entstellten Hünen machen sich die Verstoßenen der Gesellschaft auf, Gotham ihre wahre Natur zu zeigen. Und Bruce Wayne muss wieder zu Batman werden, um das drohende Schicksal der Stadt abzuwenden.

Wieder einmal ein maskierter Bösewicht, wieder einmal ein Masterplan, viel Massenpanik, Destruktivismus und das alles, um eine Stadt zu zerstören und denjenigen, der sie beschützt. Alle hassen Gotham City. Wieso auch nicht, ist sie ja das Ebenbild einer Gesellschaft, die unlängst pervertiert ist, inklusive Batman. Das meinen zumindest die Schurken und Oberschurken des Films, die sich in „The Dark Knight Rises“ ausgeklügelter denn je mit ihrer Zerstörung befassen. Doch nicht nur Gotham droht ein schreckliches Ende, auch Batman ist an seine Grenzen angelangt. Bruce Wayne ist eine gebrochene Gestalt, physisch und psychisch. Nur die Gewissheit, dass es da draußen Menschen gibt, die auf ihn zählen, hat ihn angetrieben. Doch nach Dent’s Tod ist das vorbei. Es hat ihm das Genick gebrochen. Erst als die ersten Opfer von Bane’s Zerstörungswut jene Ordnungshüter sind, die die Gesellschaft anstelle Batman beschützen sollen, ist er bereit, zurückzukehren. Er sieht sich mit einer unlängst gebannt geglaubten Gefahr konfrontiert und seiner eigenen Schuld.

Wie hat sich doch die Tonalität im Verlauf der Trilogie verändert. „Batman Begins“ war der cartooneske Blockbuster-Startschuss, der nach den vorherigen Schuhmacher-Verfehlungen („Batman Forever“, „Batman & Robin“) nicht fiel falsch machen konnte. Doch ein innovativer und intelligenter Film hätte anders ausgesehen. Der Erfolg aber gab den Nolans Recht und das Batman-Franchise begann zu florieren. Und dann war da „The Dark Knight“. Der Film, der den Blockbuster neu definierte, der plötzlich Niveau in die Massenabfertigung brachte und trotzdem seine Wurzeln nicht vergaß. „The Dark Knight“ war in vielerlei Hinsicht ein besonderes Erlebnis. Und der Erfolg war da, der Druck stieg, die Erwartungen, von Christopher Nolan konsequent übertroffen, ebenso. Einer Sache waren sich alle sicher. Der Abschluss der Trilogie muss etwas ganz Großes werden. Doch ist es ebendieser Druck des Erfolges und der Erwartungshaltungen, der dem monumentalen Abschlussteil die Suppe versalzt. Alles muss größer und stärker sein und damit ist nicht nur die physische Präsenz von Bale gemeint. Die Spielzeuge sind größer, die Zerstörung verheerender, der Subtext kryptischer. „The Dark Knight Rises“ entpuppt sich über eine Laufzeit von quälenden 164 Minuten als unglaublich zäher und aufgeblähter Blockbuster-Brocken. Kein Wunder, bekommt man doch in der ersten Hälfte des Films fast nur ermüdende, bedeutungsschwanger aufgepumpte Monologe zu hören. Hier trieft dem Film die Selbstreferenzialität aus allen Poren.
So wie der ordinäre Comic sich mittlerweile hochtrabend „Graphic Novel“ schimpft, so möchte „The Dark Knight Rises“ am liebsten kein Blockbuster sein, sondern ein Drama, Psycho-Thriller und Action-Film mit Anspruch zugleich. Letztendlich ist er aber weder Fisch noch Fleisch, weder richtig gut, noch richtig schlecht. Er überschätzt sich in seiner Eitelkeit einfach selbst.

„The Dark Knight Rises“ entlarvt sich selbst als hohles Blockbuster-Kino Marke Hollywood, von dem ich lange Zeit glaubte, Christopher Nolan hätte es vielleicht verändert. Doch ich habe mich getäuscht. Der Regisseur liefert mit diesem Film sein bislang schlechtestes Werk ab, was traurig ist, weil es nichtmal wirklich seine Schuld ist. Es ist die Schuld hollywood’schen Größenwahns, der jeden befällt, der sich zu lange ihren Einflüssen aussetzt. Doch zweifelsohne wird auch „The Dark Knight Rises“ phänomenale Geldsummen einfahren und den Kult um den Dunklen Ritter nähren. Denn eines ist Nolan gelungen: Er hat aus Batman eine Ikone sondergleichen gemacht, er hat einen Mythos neu belebt und Batman zu einem Volkshelden hochstilisiert. Mit seinen drei Filmen hat Nolan einem traurigen Antihelden Profil gegeben. Mit seinen Geschichten den elementaren Kampf zwischen Chaos und System thematisiert. Der Dunkle Ritter ist nun präsenter denn je in den Köpfen der Menschen.

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|DVD_JUNK| – Wer weiß, wohin?

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Release: 26.07.2012
Label: Universal Pictures

In einem kleinen Dorf, irgendwo im Nahen Osten. Muslime und Christen leben Tür an Tür, doch das harmonische Miteinander wird immer wieder von religiösen Unruhen zwischen den Männern gestört. Viele Menschenleben hat dieser Glaubenskrieg schon gekostet und immer sind die Mütter die Leidtragenden, während die Männer ihre Wut in weiteren Konflikten abreagieren. Doch ein gemeinsamer Fernseher könnte die Lösung sein, das gemeinsame fernsehen eine Tätigkeit, die die Gemeinde stärkt. Doch als auch die Nachrichten von den zivilen Gefechten zwischen Christen und Muslimen berichten, fürchten die Frauen um die Balance ihrer Männer und sabotieren kurzerhand das alte Gerät. Wider Erwarten ist es ebendiese Aktion, die ein Missgeschick in der Dorfkirche verursacht, welches anschließend den Muslimen angerechnet wird. Ausgehend von diesem Zwischenfall schaukeln sich die Männer der beiden Glaubensgemeinschaften in immer dramatischer werdenden Aktionen gegenseitig hoch, bis ein erneutes Blutvergießen unvermeidbar scheint. Doch die Mütter haben genug von der Ignoranz und dem Jähzorn der Männer und versuchen mit ihren eigenen Waffen, den Konflikt zu lösen.

„Wer weiß, wohin?“ ist ein Plädoyer für die Frauen, respektive die Mütter. Mütter, die die wahren Leidtragenden sind, wenn ihre Söhne zu Grabe getragen werden, die aushalten und trauern müssen, die sich sorgen müssen um Mann, Familie und Gemeinschaft. Die mehr Verantwortung tragen, als Bürgermeister, Imam oder Priester. Die Mütter sind das Element, das alles zusammenhält. So die Grundprämisse dieses Filmes. Schon im Vorspann sind sie zu sehen, die eigentlichen Hauptakteure: Mütter, in schwarz gekleidet, die sich im Takt wiegen und ein Trauerlied anstimmen. Viele junge Menschen sind gestorben, weil zwei Glaubensgemeinschaften einander nicht tolerieren können. Regisseurin und Hauptdarstellerin Nadine Labaki überträgt die karge Wüstenlandschaft und das rückschrittliche Dorf auf die Welt, den Zwist zwischen den Dorfbewohnern auf die Glaubenskriege, die noch immer überall auf der Welt toben. Der Film schafft es nicht nur, trotz seiner Schwere und streckenweisen Melancholie ein heiteres, lebendiges Dorfportrait zu zeichnen, er weckt auch diese Sehnsucht, die in uns allen irgendwo schlummert. Nach Harmonie und Frieden, Bescheidenheit und einem familiären, ländlichen Rahmen, in dem wir ganz in Ruhe ’sein‘ können.

Ja, wer weiß, wohin führt uns das Leben noch? Ist es der Schweiß, geschweige denn das Blut wert, welches wir für einen Streit opfern? Sind wir nicht alle Brüder unter derselben Sonne? Die Frauen sind die einzigen, die das zu begreifen scheinen. Doch sämtliche Beschwichtigungsversuche schlagen fehl, ebenso Gewalt und Geheimniskrämerei, erst, als sie selbst den jeweils gegensätzlichen Glauben auf respektable Art und Weise ausleben, kommen die Männer zur Vernunft und vertragen sich. Die schlussendliche Frage, die nicht ohne Augenzwinkern gestellt wird und dem Film seinen Namen gibt, benötigt keine Antwort mehr, sie wäre überflüssig. Labaki hat einen wunderschönen, authentischen und humorvollen Film gedreht, der letzten Endes ein aufrichtiges und wohl auf eigener Erfahrung der Regisseurin basierendes Bild von Land und Leuten zeichnet. Es ist ein Film, nach dem man sich erfrischt und belebt fühlt. Seine Grundaussage ist überaus harmonisch, ein friedliches Miteinander aller Religionen bejahend. Und auch ich glaube, dass das möglich ist, wenn jeder einmal, wie die Frauen in diesem Film, Bibel gegen Koran und Koran gegen Bibel tauschen würde.

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|DVD_JUNK| – Open House

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Release: 26.07.2012
Label: dtp entertainment

Es ist Hausbesichtigung in Hollywood. Alicia möchte nach der Trennung mit ihrem Mann das erinnerungsschwere Haus loswerden und veranstaltet dafür öffentliche Besichtigungstouren. Bis einmal ein Besucher länger als erwünscht bleibt und zusammen mit seiner Komplizin das Haus für sich beansprucht. Eine fragile Dreiecksbeziehung entsteht.

In diesem kammerspielartig inszeniertem Thriller geht es vor allem um Beziehungen, Abhängigkeiten und Manipulation. Jeder der Charaktere weist mehr oder weniger kaputte Beziehungen auf und das Zusammenspiel aller drei Personen, die zum Risikofaktor des jeweils anderen werden, vermischt sich zu einem hochexplosiven und überaus spannenden Film, der von Anfang an zu fesseln weiß. Ob es die Beziehung der unfreiwilligen Hausbesetzer untereinander ist, die Beziehung des männlichen Entführers David zu Alicia, welche einem umgekehrten Stockholm-Syndrom gleicht, oder der unsichtbaren Verbindung zwischen der weiblichen Komplizin Lila und den Opfern. In jedem Fall handelt es sich um die tragischen Auswüchse fehlgeleiteter Abhängigkeit. So ist die Beziehung zwischen den eigentlichen Tätern kälter und um einiges instabiler, als die zwischen David und Alicia. Tatsächlich knüpfen sich sogar zarte Bande zwischen ihnen, als klar wird, dass beide in gewisser Hinsicht Opfer sind. Auch David befindet sich in einer Abhängigkeit, die ihn vergiftet, von der er sich am liebsten befreien möchte. Die Tragik des Filmes jedoch besteht in der Gewalt, die einen Zugang untereinander unmöglich macht.

„Open House“ ist ein faszinierendes Psycho-Drama, das von Leidenschaften und Abhängigkeiten handelt, Zwängen und Obsessionen, die ihre Akteure innerlich zerreißen und einen Strudel aus Gewalt erzeugen, in den jeder hineingezogen wird. In seiner Erzählung ist „Open House“ erfrischend unaufgeregt und stringent, in seiner Inszenierung nüchtern, aber subtil, mit vielen Totalen und klaren Kameraeinstellungen, die die innere Leere bei makelloser Fassade ideal versinnbildlichen. Trotz des hohen Dramaturgie-Potentials und der hervorragenden Inszenierung, mangelt es dem Film jedoch an Zugangsmöglichkeiten. Er bleibt im Gesamten sperrig und abstrakt, die Charakterentwicklung ist nicht immer plausibel und es will keine rechte Empathie aufkommen. Alles in allem, ist „Open House“ aber ein lohnenswertes Drama, das vor allem von seinen Kammerspiel-Eigenarten lebt.

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|DVD_JUNK| – Meeting Evil

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Release: 26.07.2012
Label: Sony Pictures Home Entertainment

John ist ein Makler ohne Job mit einer entfremdeten Familie in einer Zeit, in der alles den Bach runterzugehen scheint. Kein Geld, keine Arbeit, keine Hoffnung. Er ist mehr dem Alkohol als seiner Frau zugetan, als eines Tages ein fremder Mann an seiner Tür klopft. Sein Name sei Richie und er benötige seine Hilfe, da sein Wagen stehen geblieben ist. Das ist der Anfang eines skurillen, grausamen Trips, der John an die Grenzen seiner eigenen Wahrnehmung führt.

Regisseur Chris Fischer spielt mit dem Zuschauer gleich ein dreifaches Spiel. Das macht „Meeting Evil“ zu einem außergewöhnlichen Seherlebnis, ohne dass der Filme groß Genrekonventionen bricht. Als Zuschauer werden wir mit, dem von Luke Wilson großartig portraitierten Versager John identifiziert. Aus seiner Perspektive wird die Geschichte erzählt und sein Seelenleben ist es, das im Vordergrund steht. Diese spezifische Ausrichtung suggeriert gleichzeitig eine höhere Wahrheit, die „außerhalb“ des Kameraspektrums liegt, was den Zuschauer bis zum Schluss auf einen grandiosen Plottwist warten lässt. Es wäre gelogen, wenn ich sagen würde, dieser Plottwist sei nicht gelungen, aber es gelingt dem Regisseur die Erwartungen für sich zu nutzen um mit der Geschichte nochmal einen anderen Weg zu beschreiten, der gewiss nicht allen schmecken wird. In dem Sinne ist dem Film eine tatsächlich unerwartete Wendung gelungen, die zwar nicht ganz plausibel, aber im Sinne des Konzepts durchaus logisch ist. Wie der Titel sagt, trifft John das Böse, unter anderem in Form von Richie, dem mysteriösen Mann, der John nach seinem Gutdünken manipuliert und bedroht. Die Rolle ist mit Samuel L. Jackson perfekt besetzt, er ist der eigentliche Star des Films. Ihm ist die hohe Intensität vieler Szenen zu verdanken.
Doch der Film begnügt sich nicht damit, einen soliden Mystery-Plot herunterzuleiern. Vielmehr lockt er den Zuschauer auf eine falsche Fährte um Wahnsinn, Schizophrenie und Rachegelüste, um schließlich die heile Familienidylle in Krisenzeiten zu demontieren. Am Ende ist man als Zuschauer ebenso verwirrt wie erstaunt. Was ist nun genau das Böse, das John getroffen hat? Ist es Richie, der eindeutig ein Mörder und Soziopath ist? Oder verbirgt sich das Böse noch ganz woanders? Möglicherweise im eigenen Ehebett?
Was als Drama und Sozialstudie anfängt, wird schnell zum Psychothriller, der den Zuschauer noch über das Ende hinaus im Ungewissen lässt.

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|DVD_JUNK| – Grimm’s Snow White

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Release: 26.07.2012
Label: dtp entertainment

Nachdem die böse Königin Gwendolyn ihren König bei einem „Unfall“ verliert, setzt sie alles daran, den Prinzen Alexander zu ehelichen, in dessen Königreich sich ein Relikt unschätzbaren Wertes befinden soll. Dieses Relikt birgt den Ursprung für die Kraft der Elfen, die sie unbedingt besitzen möchte. Doch als sich der Prinz unerwartet in ihre Stieftochter Schneewittchen verliebt, gerät ihr Vorhaben aus dem Konzept. Kurzerhand versucht sie, Schneewittchen umzubringen. Womit sie nicht rechnet, ist, dass auch aufständische Elfen ihre Pläne durchkreuzen wollen.

So hanebüchen sich diese Geschichte anhört, so kommt sie auch im Film rüber. Nicht nur, dass sich Elfen, Rieseneidechsen und Monsterhunde in dieser Märchenwelt tummeln, auch die Entwicklung der Story verläuft konsequent ins Lächerliche. „The Asylum“, die Produktionsfirma hinter diesem Schinken, hat mit „Grimm’s Snow White“ wieder einmal ein Paradebeispiel für ein Hollywood-Plagiat abgeliefert. Seit Jahren konzentrieren sie sich voll und ganz darauf, Trittbrettfahrer der großen Hollywoodproduktionen zu bleiben. Und das Konzept macht sich bezahlt: Man nehme einen Trend, formuliere einen bekannten Titel leicht um, nehme hölzerne Schauspieler, dilettantische Regisseure, einen unterqualifizierten CGI-Amateur und stecke das ganze Produkt in eine hochwertig gestaltete DVD-Hülle. Das Konzept wurde perfektioniert und niemand würde ahnen, was sich hinter diesem professionellen Cover verbirgt.

Nun sind Märchen also der aktuelle Hollywood-Trend. Man braucht gar nicht anfangen zu zählen, denn die Studios schießen schon im Sekundentakt Märchenfilme aus den Ärmeln. Dass dabei die eigentliche Volkserzählung geflissentlich ignoriert, in manchen Fällen sogar vergewaltigt wird, scheint niemanden zu interessieren. Auch „Grimm’s Snow White“ schert sich nicht groß um die klassische Volksweise und nutzt den Namen, um ein amerikanisches Heldenepos im großen Stil zu inszenieren, das schon im Ansatz an der Bedeutungslosigkeit aller Beteiligten inklusive der Produktionsmittel scheitert. So stößt dieser Film nur den Dunst hollywood’schen Größenwahns aus, ohne selbst an dessen Bombast heranzureichen. Etwas, was dem Film erstaunlicherweise sogar zugute kommt. Denn auch, wenn hier alles wie eine schlechte Kopie aussieht und die Macher vergeblich darum bemüht sind, aus dem Märchen ein zweites „Herr der Ringe“-Spektakel zu machen, gewinnt der Film durch die entstandene Lächerlichkeit ein wenig an Charme. So offenbart sich dieser Mockbuster letzten Endes als streckenweise sogar recht amüsante Zeitverschwendung.

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|DVD_JUNK| – Exodus

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Release: 24.07.2012
Label: Ascot Elite

Als die junge, illegal Eingewanderte auf der Flucht vor den Behörden des faschistischen Regimes ist, hat sie gerade noch Zeit, ihr Neugeborenes an den Strand zu legen, unweit unfernt von einer anderen Frau, die das Geschehen mit zwiespältigen Gefühlen betrachtet. Sie ist die Frau von „Pharao“, jenem Politiker, der das Zepter eines gar nicht so weit in der Zukunft liegenden Königreichs in der Hand hält. Seine Forderungen sind eindeutig: Weg mit der Gefahr, die aus allen Himmelsrichtungen das eigene Land überschwemmt. Doch seine Frau nimmt dieses Kind einer fremdländischen Frau an sich und nennt es Moses, weil sie ihn am Wasser gefunden hat. Und er wächst mit ihnen auf, als sei er ihr eigenes.
20 Jahre später, Moses ist ein junger Mann, hat sich die Situation für Ausländer und Menschen anderer Hautfarbe nicht verbessert, im Gegenteil. Sie fristen ein Dasein wie Hunde, eingepfercht hinter großen Mauern, die die rechtschaffenen Bürger von den „Tieren“ trennen. Doch als Moses eines Tages selbst hinter diesen Mauern landet, wird er mit seiner eigenen Herkunft und einem völlig anderen Leben konfrontiert. Fortan versucht er die Zukunft „seines Volkes“ zu ändern.

„Exodus“, so der alttestamentarische Titel dieses britischen Dystopie-Dramas, bezeichnet die biblische Epoche aus dem 2. Buch Mose, in welchem es um das Volk Israel geht, das unter der Führung Moses aus der Gefangenschaft der Ägypter befreit wird und sich auf den Weg ins heilige Land Kanaan macht. Der Film ist keine Nacherzählung, kein Märchen im futuristischen Gewand, sondern setzt sich ganz und gar kritisch mit der biblischen Vorlage und ihren Charakteren auseinander. Dabei entwickelt der Film trotz einer recht einschränkenden Prämisse eine ganz erstaunliche Sogwirkung und bleibt in seiner Inszenierung konsequent eigenständig, fantasievoll und erzeugt eine starke Ambivalenz in seiner moralischen Aussagekraft. Der ganze Film glänzt durch seine biblischen Anspielungen, ob in Bezug auf die Namen, oder die Geschehnisse. Bei diesem Film empfiehlt es sich, zumindest einmal das 2. Buch Mose gelesen haben, denn die Übertragung auf eine moderne Welt ist fantastisch gelungen.

So bleibt es aber stets bei einer bloßen Anlehnung an die Ereignisse der Bibel, während Regisseurin Penny Woolcock (1 Day, u.a.) den Verlauf der Geschichte auf ihre ganz eigene Art und Weise interpretiert und in Szene setzt. Insbesondere widmet sie sich der moralischen Tragweite der Entscheidungen von Moses. Jener wird in den Büchern Mose ganz und gar unkritisch als Rächer der Enterbten, als eine Art urtümlicher Robin Hood im Kaftan dargestellt, der, dessen Visionen und Aufträge göttlichen Ursprungs sind, gar nicht infrage gestellt werden kann. Auch in diesem Film wird Moses ab einem bestimmten Zeitpunkt zum Volksheld á la Che Guevara hochstilisiert, nicht ohne die Gefahren solcher Massenverehrung und blinder Folgsamkeit auf dem Fuße eintreten zu lassen. So entsteht eine erstaunliche Parallele zwischen dem Pharao, der die „Juden des 21. Jahrhunderts“ auf diesem KZ-ähnlichen Territorium gefangen hält und Moses, der in seinem unnachgiebigen Wunsch nach Freiheit und Macht keine Menschenopfer zu scheuen scheint. Ungeachtet aller theologischen Minenfelder, die Woolcock gar nicht erst zu umschiffen versucht, stellt sie im Film konsequent und ehrlich die Tragik menschlichen Fehlverhaltens dar. Und ein bitterer Nachgeschmack bahnt sich in Form einer Frage seinen Weg in unsere Köpfe: Wer ist nun der eigentliche Böse?

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|DVD_JUNK| – officially revealed!

Guten Abend,

Solch späte Stunde ist die perfekte Entstehungszeit für einen Selfmade-Blog wie diesen. DVD-Junk, die Seite, auf der alles zu finden ist!

Doch was genau soll DVD-Junk eigentlich sein? Es soll eine Plattform für sämtliche DVD-Neu- und Alterscheinungen sein, die irgend erhältlich sind. Ziel ist es, diese Masse an Filmen, Serien und Dokus zu bewerten, den titelgebenden ‚Müll‘ als solchen zu entlarven und anzuprangern und dem Leser somit die Möglichkeit zu geben, sich die hochwertigen Produkte selbst zu beschaffen.

Denn wie das Wort „Junkie“ so treffend mit „Müll-Konsument“ übersetzt werden kann, soll es auf diesem Blog darum gehen, den DVD-Müll auszusortieren. Nicht, dass ich das nicht mit Leidenschaft täte, aber vielleicht wird so manchem, wie auch mir, alsbald recht rührselig zumute. Liegt in dem Schimpfen, Meckern und Zerreißen, dem Anschauen von Trash, dem DVD-Junk eben, doch auch ein gewisser Genuss, eine heimliche Freude.

So ist denn dieser Blog letzten Endes nicht nur ein Indikator für Qualität und (meinen eigenen, zeitlosen) Geschmack, sondern auch eine Ode an die Freude des Filmschauens.

Ich wünsche allen Lesern viel Spaß auf dieser Reise,

der hundephilosoph